Schwarz-Grüne Gespräche in Hammersbach lassen auf Besserung hoffen

‚Trotzig‘ ist ein oft gehörtes Wort, ‚beleidigt‘ ein anderes: Den eher verwirrt als konstruktiv anmutenden öffentlichen Reaktionen der Hammersbacher SPD auf den Verlust ihrer absoluten Mehrheit ist wenig über ein Selbstverständnis als künftige Oppositionspartei zu entnehmen – ausdrücklich aber besteht man vorsorglich schon mal darauf, bei der Vergabe von Posten standesgemäß berücksichtigt zu werden. Auch der Versuch besonders des ZWIGL-Vorstehers und Bürgermeisters Göllner, sich in letzter Minute vom Logistik-Saulus zum Kompromisse liebenden Paulus umzudekorieren, hatte wenig Zuversicht erzeugt – zumal gleichzeitig mit Hochdruck daran gearbeitet wird, gegenteilige Fakten zu schaffen: Details dazu im nächsten Newsletter.

Überhaupt wird man den Eindruck nicht los, dass Göllner nach dem Verlust der absoluten Mehrheit mächtig unter Druck steht: Warum sonst hielte er es für nötig, sich auf der Website der Hammersbacher SPD von einer Genossin mit weit ins Amüsante überzogener Formulierung („einer der profiliertesten und engagiertesten Politiker in der Region Frankfurt/RheinMain“) beispringen zu lassen?

Die gute Nachricht aus Sicht der Gegner der Logistikhallen-Wüste im Gewerbegebiet Limes: Seit der Wahl laufen viel versprechende Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen in Hammersbach. Beide Parteien hätten gemeinsam die Mehrheit der Sitze – und haben sich auf ein klares ‚Nein‘ zu weiteren Logistikhallen festgelegt. Eine neue Hammersbacher Mehrheit wäre ein wichtiger Anfang – wichtig bleibt, dass auch in den beiden anderen Zweckverbands-Gemeinden ein Umdenken stattfindet. Die Wahlergebnisse bieten gute Voraussetzungen – die Logistik-Fans haben überall stark verloren.

Presseerklärung der SPD Limeshain: So bitte nicht

Der Vorstand der Bürgerinitiative SchatzBoden weist die in der Pressemitteilung des Vorstandes der SPD Limeshain veröffentlichten Darstellungen als sachlich falsch und heuchlerisch zurück.

Der SPD-Vorstand vermengt in seiner Mitteilung eine Solidaritätsadresse an SPD-Bürgermeister Ludwig, der den Erhalt geschmackloser, möglicherweise strafrechtlich relevanter Postsendungen beklagt, mit persönlichen Vorwürfen an die Adresse der Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen in Limeshain, Heike Strohschnitter, und den BI-Pressesprecher Kim Sen-Gupta.

Es ist nichts Neues, dass einzelne SPD-Funktionäre im Bürgermeisterschafts-Wahlkampf versuchen, BI und Grüne pauschal zu diffamieren. Der heuchlerische Versuch aber, aus der berechtigten Kritik am Vorgehen der SPD-Kader im Zusammenhang mit dem umstrittenen Logistikpark vor den Toren Limeshains einen Zusammenhang mit realen Angriffen auf Kommunalpolitiker im Lande zu stricken, geht eindeutig zu weit,“, sagt BI-Schatzmeister Wilhelm Schott, „zumal der SPD-Vorstand regelmäßig jeden Beleg für seine Anwürfe vermissen lässt.“

Originaltexte jener beiden SPD-Vorstände, die nun ‚verbale Entgleisungen‘ der BI beklagen

BI-Vorstand Dr. Rainer Lehmann betont: „Alle unsere Faltblätter und Pressemitteilungen sind in Vorstand und Sprecherkreis der BI abgestimmt. Als ‚Angriffe‘ kritisierte Formulierungen wie ‚fehlgeleitet‘ oder ‚überfordert‘ im Zusammenhang mit ZWIGL-Vorständen sind grundsätzlich faktisch hinterlegt und nicht zurückzunehmen. Wir verwahren uns gegen jeden Vergleich mit Hasskommentaren in den Sozialen Medien.“

Pressesprecher Kim Sen-Gupta ergänzt: „Es lohnt sich, zur Kenntnis zu nehmen, dass zwei der vier als SPD-Vorstand unterzeichnenden Personen selbst im Mittelpunkt der Diskussion um den Tonfall der Auseinandersetzung stehen: Der stellvertretende SPD-Vorsteher Bäcker ist u.a. verantwortlich für den Skandalbeitrag um die angebliche Verseuchung landwirtschaftlicher Böden im Limeshainer SPD-Organ ‚Roter Rundblick‘. Und sein Vorstandskollege Wagner fällt wiederholt mit Beiträgen auf, in welchen er etwa ‚Grüne und BI‘ als ‚der körperlichen Arbeit sehr abgeneigt‘ und historische Bausubstanz mit hohem Aufwand erhaltende Neubürger als egoistische ‚Yuppie-Clique‘ in bedenklicher Wortwahl angreift.“

Ist Angriff eine wirksame Verteidigung? In seiner jüngsten ‚Presseerklärung‘ verbreitet der Vorstand der SPD Limeshain ein perfides Durcheinander aus Solidaritätsadresse und Verbalattacke