Das erste Gerichtsurteil zum Gewerbegebiet Limes liegt vor; die Klage der Hammersbacher Gemeindevertretung gegen Bürgermeister Göllner hatte den erwartbaren Erfolg. Überraschend dagegen die Klarheit der Urteilsbegründung. Die kann nur als beidhändige Ohrfeige des Gerichts für die allzu windigen Winkelzüge Göllners gelesen werden.

Um so bemerkenswerter ist die Hast, mit der die Dietz AG in der auf tönernen Füßen stehenden Westerweiterung Fakten schafft: Mit Hochdruck wird dort ehemals fruchtbarster Ackerboden in neue Betonwüsten verwandelt – schon ragen riesige neue Betonpfeiler in den Himmel.

Interessant wird es sein, wer die Zeche zahlen muss, wenn deren Abriss angeordnet werden würde. Denn der Zweckverband durfte mangels Zuständigkeit gar keine Westerweiterung planen, wie es den nun auch gerichtlich gestützten Anschein hat. Sollte hier grobe Fahrlässigkeit im Spiel sein, könnte die Haftungsfrage gestellt werden. In der Wirtschaft werden da gern mal allzu schlampig arbeitende Manager zur Kasse gebeten. Es wird zu prüfen sein, ob auch die Zweckverbands-Vorstände persönlich aufgerufen sein werden, den leichtfertig (oder planvoll?) angerichteten Schaden zumindest finanziell wieder gut zu machen.

2 Kommentare zu „Erstes Urteil: Göllner unterliegt

  1. Das ist doch ein Hohn was hier geschrieben wird. Fruchtbarster Ackerboden wird doch auch mit der neuen Variante (kleines Gewerbe) geopfert. Diese Hetze ist unerträglich.
    Horst Bopp, bewitrschaftenderr Landwirt der Westerweiterung in den vergangenen 20 Jahren.

    1. Sehr geehrter Herr Bopp, danke für Ihren Beitrag. Zunächst: Eigentlich sollte die Kommentarfunktion hier abgeschaltet sein, um den Dialog auf Facebook zu bündeln. Sorry, unser Fehler. Trotzdem möchte ich Ihnen antworten:
      Natürlich: Der Boden ist weg. Traurig genug. Leider hat der Zweckverband viele Bewerber um kleinere Flächen – lokales Gewerbe, Handwerk, aber auch Mittelstand – abgewiesen, um die Fläche für die Logistikhallen der Dietz AG freizuhalten. Laut Michael Göllner geht es hier um eine ‚dreistellige Zahl‘; wir wissen gesichert immerhin von mehr als zwei Dutzend Betrieben. Von denen hätten die allermeisten ein Mehrfaches von dem an Steuern für die Gemeindekasse gebracht, was von internationalen Konzernen einer Branche zu erwarten ist, die in der Mehrzahl Niedrigverdiener einstellt. Die Folge: Auch mit drei Riesenhallen würde auf den Restflächen das angebliche Ziel, Gewerbe anzusiedeln und Steuern einzunehmen, nicht erreicht. Und dann? Käme die Osterweiterung mit neuen Versiegelungen und neuem Verlust landwirtschaftlicher Flächen, damit endlich auch jene Betriebe Raum fänden, die man mit gesundem Menschenverstand ansiedeln würde. Daher ist es wichtig, dass auf den ohnehin verlorenen Böden der Westerweiterung endlich sinnvoll gehandelt wird: Keine Totalversiegelung samt Totalverlust an Lebensraum, Grundwasserbildung und Klimafunktion, sondern ein gesunderer Kompromiss. Einen konkreten Planungsvorschlag dazu haben wir vorgelegt (im BI-Flyer vom August 21 abgedruckt). Raten Sie mal, mit welchem Ergebnis…? Genau. Denn es geht im ZWIGL-Vorstand leider nicht darum, eine gute Lösung für unsere Region zu entwickeln. Sondern darum, freie Bahn für die Dietz-Hallen zu schaffen – um jeden Preis. Warum auch immer.

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