‚Trotzig‘ ist ein oft gehörtes Wort, ‚beleidigt‘ ein anderes: Den eher verwirrt als konstruktiv anmutenden öffentlichen Reaktionen der Hammersbacher SPD auf den Verlust ihrer absoluten Mehrheit ist wenig über ein Selbstverständnis als künftige Oppositionspartei zu entnehmen – ausdrücklich aber besteht man vorsorglich schon mal darauf, bei der Vergabe von Posten standesgemäß berücksichtigt zu werden. Auch der Versuch besonders des ZWIGL-Vorstehers und Bürgermeisters Göllner, sich in letzter Minute vom Logistik-Saulus zum Kompromisse liebenden Paulus umzudekorieren, hatte wenig Zuversicht erzeugt – zumal gleichzeitig mit Hochdruck daran gearbeitet wird, gegenteilige Fakten zu schaffen: Details dazu im nächsten Newsletter.

Überhaupt wird man den Eindruck nicht los, dass Göllner nach dem Verlust der absoluten Mehrheit mächtig unter Druck steht: Warum sonst hielte er es für nötig, sich auf der Website der Hammersbacher SPD von einer Genossin mit weit ins Amüsante überzogener Formulierung („einer der profiliertesten und engagiertesten Politiker in der Region Frankfurt/RheinMain“) beispringen zu lassen?

Die gute Nachricht aus Sicht der Gegner der Logistikhallen-Wüste im Gewerbegebiet Limes: Seit der Wahl laufen viel versprechende Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen in Hammersbach. Beide Parteien hätten gemeinsam die Mehrheit der Sitze – und haben sich auf ein klares ‚Nein‘ zu weiteren Logistikhallen festgelegt. Eine neue Hammersbacher Mehrheit wäre ein wichtiger Anfang – wichtig bleibt, dass auch in den beiden anderen Zweckverbands-Gemeinden ein Umdenken stattfindet. Die Wahlergebnisse bieten gute Voraussetzungen – die Logistik-Fans haben überall stark verloren.

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